Genveränderung eröffnet neue Angriffspunkte bei Neuroblastomen
Neuroblastome, eine aggressive Form von Krebs im Kindesalter, sind häufig schwer zu behandeln – insbesondere dann, wenn sie mit ungünstigen genetischen Veränderungen einhergehen. Unter der Leitung von Dr. Jan Dörr hat ein Forschungsteam nun untersucht, wie das Gen DDX1 die Eigenschaften von Tumorzellen beeinflusst. Dabei konnten die Forschenden zeigen, dass DDX1 bei vielen aggressiven Neuroblastomen gemeinsam mit dem Onkogen MYCN vervielfacht ist, den Zellstoffwechsel verändert und eine Abhängigkeit vom mTOR-Signalweg erzeugt. Zudem beeinflusst das Gen, wie Krebszellen auf Chemotherapie reagieren. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte das Projekt mit rund 198.000 Euro. Die Ergebnisse weisen auf eine potenziell neue Angriffsstelle für zukünftige Therapien hin.
Infrared molecular fingerprinting: neuer Weg zur Krebsfrüherkennung
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert ein wegweisendes Forschungsprojekt an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik mit rund einer Million Euro. Ziel des Vorhabens unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Ferenc Krausz und Frau Prof. Dr. Mihaela Žigman ist es, eine neue Form der molekularen Krebsdiagnostik zu entwickeln und in die klinische Anwendung zu bringen. Da eine frühzeitige Diagnose bei den meisten Krebsformen die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie darstellt, eröffnen molekulare Analysen des Blutes hier neue Möglichkeiten: Sie machen krankheitsbedingte Veränderungen einzelner Organe im Zusammenspiel des gesamten Körpers sichtbar.
Forschung, die wirkt: Wilhelm Sander-Stiftung fördert 20 Projekte für den Kampf gegen Krebs im ersten Quartal 2026 mit 3,3 Millionen Euro
Wissenschaftlicher Fortschritt durch Synergie: Die 20 Projekte, die die Wilhelm Sander-Stiftung zum Jahresbeginn 2026 in die Förderung aufgenommen hat, decken ein breites Spektrum der modernen Krebsforschung ab. Die Vorhaben verfolgen einen integrativen Ansatz, der von der Identifikation neuer molekularer Zielstrukturen – etwa in der Zellhülle oder im Immunsystem – bis hin zur Optimierung klinischer Abläufe durch präzises Therapiemonitoring reicht. Ziel ist es, die komplexen Mechanismen der Tumorentstehung und Resistenzbildung grundlegend zu verstehen und in therapeutischen Nutzen zu übersetzen.
Tumorzelleigenes „Alarmsystem“ verbessert Wirksamkeit der CAR-T-Zell-Therapie
Forschende um Dr. Nadia El Khawanky, Dr. Simon Heidegger und Dr. Nardine Soliman von der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Klinikums der Technischen Universität München (TUM Klinikum) haben mit einer Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 146.000 Euro zentrale Resistenzmechanismen von Tumorzellen gegenüber CAR-T-Zellen aufgedeckt. Die Wissenschaftler:innen zeigten, dass ein angeborenes zelluläres Warnsystem, das normalerweise Virusinfektionen erkennt, eine entscheidende Rolle dabei spielt, wie empfänglich Tumorzellen für den Angriff durch CAR-T-Zellen sind. Damit eröffnen sich neue Ansätze, um CAR-T-Zell-Therapien auch bei soliden Tumoren wirksam zu machen.
Metastasierungsmechanismen verstehen
Metastasen, also die Tochtergeschwülste von Krebszellen, stellen bei vielen Krebsformen ein zentrales Problem dar. Als Abkömmlinge des Primärtumors können sie in entfernten Organen wachsen und sind oft schwer erkennbar. Ein Forschungsteam um Dr. Tobias Reiff am Institut für Genetik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat nun molekulare Mechanismen entdeckt, die die Ansiedlung von Krebszellen in anderen Geweben ermöglichen. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte das Projekt mit rund 183.000 Euro. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Nature Communications vorgestellt.
Von der Zelle bis zur Klinik: Wilhelm Sander-Stiftung fördert 12 Forschungsprojekte im vierten Quartal 2025 mit 1,9 Millionen Euro
Grundlagenforschung trifft klinische Anwendung: Die zwölf Projekte, die die Wilhelm Sander-Stiftung im vierten Quartal 2025 fördert, spannen einen Bogen vom molekularen Mechanismus bis zum Behandlungszimmer – von der Frage, wie eine Basalmembran die Metastasierung beeinflusst, bis hin zu KI-gestützten Werkzeugen, die Ärztinnen und Ärzten bei Therapieentscheidungen helfen sollen.
Neue Erkenntnisse zu therapieresistenten kindlichen Hirntumoren
Embryonale Tumoren mit mehrreihigen Rosetten (ETMR) gehören zu den seltensten und aggressivsten Hirntumoren im frühen Kindesalter. Trotz intensiver Therapie ist die Prognose bislang sehr schlecht. Ein von der Wilhelm Sander-Stiftung mit 200.000 € gefördertes Forschungsprojekt der Universität Münster unter der Leitung von Prof. Kornelius Kerl liefert nun wichtige neue Erkenntnisse darüber, warum diese Tumoren besonders Therapieresistent sind, und zeigt zugleich neue therapeutische Ansatzpunkte auf.
Forschende entwickeln nebenwirkungsarmen therapeutischen Ansatz gegen aggressive Blutkrebs-Form
Forschende um Prof. Dr. Salih vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung am DKFZ-Partnerstandort Tübingen haben mit Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 528.000 € über 6 Jahre ein innovatives Immunzytokin (therapeutischer Antikörper mit einem daran gekoppelten Zytokin) entwickelt. Das „modifizierte Immunzytokin“ (MIC-Molekül) aktiviert gezielt Immunzellen gegen Leukämiezellen und kann die schwerwiegenden Nebenwirkungen vermeiden, die bisher verfügbare Immunzytokine auslösen. In Labor- und Tiermodellen zeigten die MIC -Moleküle eine starke und vor allem gezielte Immunaktivierung gegen die Leukämie – ein vielversprechender Schritt in Richtung klinische Anwendung.
