50 Jahre Stiftungsarbeit: „Wilhelm“ erscheint zur Jubiläumsausgabe

Die Wilhelm Sander-Stiftung bringt mit WILHELM ein eigenes Magazin heraus, das künftig einmal jährlich erscheint. Den Auftakt macht die Jubiläumsausgabe zum 50-jährigen Bestehen der Stiftung.


Unternehmerische Triebfeder der Wissenschaft: 50 Jahre Wilhelm Sander-Stiftung

Welche Forschung bekommt eine Chance. Und warum? Diese Frage stellt sich die Wilhelm Sander-Stiftung seit ihrer Gründung vor 50 Jahren. Die unabhängige Stiftung mit Hauptsitz in Neustadt an der Donau sowie Standorten in München und Leverkusen fördert medizinische Spitzenforschung mit besonderem Fokus auf die Krebsforschung in Deutschland und der Schweiz. Hervorgegangen ist die Stiftung aus dem Nachlass des fränkischen Unternehmers Wilhelm Sander. Seit 1975 stellte die Stiftung rund 350 Millionen Euro für 2.700 geförderte Forschungsprojekte bereit. Am 19. Juni 2026 feiert die Stiftung ihr Jubiläum im Auditorium des Deutschen Museums in München. Der Blick ist dabei fest auf die Zukunft der Forschungsförderung gerichtet.


Zwei Signalwege kooperieren, um Glioblastomzellen empfindlicher für das Immunsystem zu machen

Glioblastome sind sehr aggressive Hirntumore und gegenüber herkömmlichen wie auch gezielten therapeutischen Interventionen resistent. Die Immunevasion ist bei Glioblastomen ausgeprägt, was die Immuntherapie bei den meisten Patienten erschwert. Interferon-γ ist ein Botenstoff, den Abwehrzellen einsetzen, um Krebszellen zu hemmen und abzutöten. Forschende um Claudio Giachino vom Departement Biomedizin der Universität Basel haben nun Belege dafür, dass die Aktivität des Notch-Signalwegs Subtypen von Glioblastomen empfindlicher für Interferon macht. Die Wilhelm Sander-Stiftung unterstützte das Projekt mit rund 165.000 €.


Kooperations-Auftakt: Bayerische Akademie der Wissenschaften und Wilhelm Sander-Stiftung veranstalten internationales Symposium

Die Bayerische Akademie der Wissenschaften (BAdW) und die Wilhelm Sander-Stiftung starten ihre Zusammenarbeit mit einem internationalen wissenschaftlichen Symposium im März 2027 zu den Themen Immunonkologie und Ferroptose. Die Veranstaltung markiert den Beginn einer intensivierten Kooperation auf dem Gebiet der Wissenschaftskommunikation – mit dem Ziel, die Sichtbarkeit und gesellschaftliche Wirkung medizinischer Forschung, insbesondere der Krebsforschung, gemeinsam zu stärken.


Neue Chancen bei Gallengangskrebs: PARP-1 als Therapieziel bei KRAS-mutierten intrahepatischen Cholangiokarzinomen

Intrahepatische Cholangiokarzinome (iCCAs) gehören zu den bösartigsten Krebserkrankungen weltweit. Trotz Fortschritten in der Systemtherapie bleiben Optionen begrenzt, weshalb neue Strategien dringend benötigt werden. Eine Studie um Prof. Dr. Jens Marquardt vom UKSH Lübeck zeigt nun, dass die Aktivierung von PARP-1 eine zentrale Rolle in KRAS-mutierten iCCAs spielt – einer Mutation, die mit einer besonders schlechten Prognose verbunden ist. Durch die gezielte Hemmung von PARP-1 konnte das Tumorwachstum in präklinischen Modellen deutlich reduziert werden. Diese Ergebnisse eröffnen neue Ansätze für personalisierte Therapien. Die Wilhelm Sander-Stiftung unterstützte das Projekt mit 180.000 €.


Eine mögliche neue Strategie zur Überwindung der Immuntherapieresistenz im Bauchspeicheldrüsenkrebs und anderen Tumorerkrankungen

Zelluläre und Immuntherapien funktionieren derzeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht oder nur unzureichend. Forscher der LMU München hatten herausgefunden, dass dies unter anderem an einem speziellen Botenstoff, dem Prostaglandin, liegt, das sowohl von Krebszellen als auch von deren Umgebung ausgeschüttet wird. Unterstützt von der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 177.000 Euro konnte die Arbeitsgruppe von Sebastian Kobold nun eine mögliche Strategie entwickeln, wie dieser Signalweg gezielt ausgeschaltet werden kann. Durch Genscheren konnten die Wissenschaftler nun in zellulären Therapien die Wirkung von Prostaglandinen ausschalten, was möglicherweise Immuntherapien auch bei dieser Erkrankung ermöglichen könnte.


Genveränderung eröffnet neue Angriffspunkte bei Neuroblastomen

Neuroblastome, eine aggressive Form von Krebs im Kindesalter, sind häufig schwer zu behandeln – insbesondere dann, wenn sie mit ungünstigen genetischen Veränderungen einhergehen. Unter der Leitung von Dr. Jan Dörr hat ein Forschungsteam nun untersucht, wie das Gen DDX1 die Eigenschaften von Tumorzellen beeinflusst. Dabei konnten die Forschenden zeigen, dass DDX1 bei vielen aggressiven Neuroblastomen gemeinsam mit dem Onkogen MYCN vervielfacht ist, den Zellstoffwechsel verändert und eine Abhängigkeit vom mTOR-Signalweg erzeugt. Zudem beeinflusst das Gen, wie Krebszellen auf Chemotherapie reagieren. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte das Projekt mit rund 198.000 Euro. Die Ergebnisse weisen auf eine potenziell neue Angriffsstelle für zukünftige Therapien hin.


Infrared molecular fingerprinting: neuer Weg zur Krebsfrüherkennung

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert ein wegweisendes Forschungsprojekt an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik mit rund einer Million Euro. Ziel des Vorhabens unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Ferenc Krausz und Frau Prof. Dr. Mihaela Žigman ist es, eine neue Form der molekularen Krebsdiagnostik zu entwickeln und in die klinische Anwendung zu bringen. Da eine frühzeitige Diagnose bei den meisten Krebsformen die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie darstellt, eröffnen molekulare Analysen des Blutes hier neue Möglichkeiten: Sie machen krankheitsbedingte Veränderungen einzelner Organe im Zusammenspiel des gesamten Körpers sichtbar.


Forschung, die wirkt: Wilhelm Sander-Stiftung fördert 20 Projekte für den Kampf gegen Krebs im ersten Quartal 2026 mit 3,3 Millionen Euro

Wissenschaftlicher Fortschritt durch Synergie: Die 20 Projekte, die die Wilhelm Sander-Stiftung zum Jahresbeginn 2026 in die Förderung aufgenommen hat, decken ein breites Spektrum der modernen Krebsforschung ab. Die Vorhaben verfolgen einen integrativen Ansatz, der von der Identifikation neuer molekularer Zielstrukturen – etwa in der Zellhülle oder im Immunsystem – bis hin zur Optimierung klinischer Abläufe durch präzises Therapiemonitoring reicht. Ziel ist es, die komplexen Mechanismen der Tumorentstehung und Resistenzbildung grundlegend zu verstehen und in therapeutischen Nutzen zu übersetzen.


Tumorzelleigenes „Alarmsystem“ verbessert Wirksamkeit der CAR-T-Zell-Therapie

Forschende um Dr. Nadia El Khawanky, Dr. Simon Heidegger und Dr. Nardine Soliman von der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Klinikums der Technischen Universität München (TUM Klinikum) haben mit einer Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 146.000 Euro zentrale Resistenzmechanismen von Tumorzellen gegenüber CAR-T-Zellen aufgedeckt. Die Wissenschaftler:innen zeigten, dass ein angeborenes zelluläres Warnsystem, das normalerweise Virusinfektionen erkennt, eine entscheidende Rolle dabei spielt, wie empfänglich Tumorzellen für den Angriff durch CAR-TZellen sind. Damit eröffnen sich neue Ansätze, um CAR-T-Zell-Therapien auch bei soliden Tumoren wirksam zu machen.


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