Metastasierungsmechanismen verstehen
Metastasen, also die Tochtergeschwülste von Krebszellen, stellen bei vielen Krebsformen ein zentrales Problem dar. Als Abkömmlinge des Primärtumors können sie in entfernten Organen wachsen und sind oft schwer erkennbar. Ein Forschungsteam um Dr. Tobias Reiff am Institut für Genetik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat nun molekulare Mechanismen entdeckt, die die Ansiedlung von Krebszellen in anderen Geweben ermöglichen. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte das Projekt mit rund 183.000 Euro. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Nature Communications vorgestellt.
Von der Zelle bis zur Klinik: Wilhelm Sander-Stiftung fördert 12 Forschungsprojekte im vierten Quartal 2025 mit 1,9 Millionen Euro
Grundlagenforschung trifft klinische Anwendung: Die zwölf Projekte, die die Wilhelm Sander-Stiftung im vierten Quartal 2025 fördert, spannen einen Bogen vom molekularen Mechanismus bis zum Behandlungszimmer – von der Frage, wie eine Basalmembran die Metastasierung beeinflusst, bis hin zu KI-gestützten Werkzeugen, die Ärztinnen und Ärzten bei Therapieentscheidungen helfen sollen.
Neue Erkenntnisse zu therapieresistenten kindlichen Hirntumoren
Embryonale Tumoren mit mehrreihigen Rosetten (ETMR) gehören zu den seltensten und aggressivsten Hirntumoren im frühen Kindesalter. Trotz intensiver Therapie ist die Prognose bislang sehr schlecht. Ein von der Wilhelm Sander-Stiftung mit 200.000 € gefördertes Forschungsprojekt der Universität Münster unter der Leitung von Prof. Kornelius Kerl liefert nun wichtige neue Erkenntnisse darüber, warum diese Tumoren besonders Therapieresistent sind, und zeigt zugleich neue therapeutische Ansatzpunkte auf.
Forschende entwickeln nebenwirkungsarmen therapeutischen Ansatz gegen aggressive Blutkrebs-Form
Forschende um Prof. Dr. Salih vom Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung am DKFZ-Partnerstandort Tübingen haben mit Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 528.000 € über 6 Jahre ein innovatives Immunzytokin (therapeutischer Antikörper mit einem daran gekoppelten Zytokin) entwickelt. Das „modifizierte Immunzytokin“ (MIC-Molekül) aktiviert gezielt Immunzellen gegen Leukämiezellen und kann die schwerwiegenden Nebenwirkungen vermeiden, die bisher verfügbare Immunzytokine auslösen. In Labor- und Tiermodellen zeigten die MIC -Moleküle eine starke und vor allem gezielte Immunaktivierung gegen die Leukämie – ein vielversprechender Schritt in Richtung klinische Anwendung.
Die Trends der Wilhelm Sander-Stiftung: Exzellente Forschungsförderung mit klarem wissenschaftlichen Fokus
Die Wilhelm Sander-Stiftung zieht eine positive Bilanz ihrer Förderaktivitäten der letzten Jahre. Mit einem Rekord-Antragsjahr 2025, in dem über 260 Anträge eingingen, von denen 59 mit einer Summe von rund 10 Millionen Euro bewilligt wurden, unterstreicht die Stiftung ihre Rolle als bedeutender Impulsgeber für die deutsche Krebsforschung.
YAP-Blocker JUN: Neue Erkenntnisse bei Leberkrebs
Erfolgreich abgeschlossenes Forschungsprojekt der Wilhelm Sander-Stiftung: Forschende um Dr. Björn von Eyss des Leibniz-Instituts für Alternsforschung – Fritz-Lipmann-Institut (FLI) entdeckten eine überraschende Schutzfunktion des Gens JUN. JUN, bislang als Verstärker von Entzündungs- und Wachstumssignalen bekannt, bewirkt in bestimmten Situationen das Gegenteil. Dann fungiert es als zellulärer Sicherheitsmechanismus. Wird das Wachstumsprotein YAP zu aktiv, bremst JUN dessen Aktivität. So verhindert JUN unkontrolliertes Zellwachstum und Zellvermehrung. Dieser Schutzmechanismus könnte die Entstehung von Tumoren, insbesondere Leberkrebs, eindämmen.
Wilhelm Sander-Stiftung erhält 414.000 Euro für die medizinische Forschung
Die Wilhelm Sander-Stiftung hat von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) aus Mitteln der Georg-Thieme-Gedächtnisstiftung eine großzügige Spende in Höhe von 414.000 Euro erhalten. Die Zuwendung wird zur Stärkung innovativer Forschungsprojekte verwendet und trägt damit unmittelbar zum zentralen Ziel der Stiftung bei, den wissenschaftlichen Fortschritt, insbesondere in der medizinischen Forschung, zu ermöglichen.
Impulse für die Krebsforschung: Wilhelm Sander-Stiftung fördert 15 Forschungsprojekte im dritten Quartal 2025 mit 2,6 Millionen Euro
Die Wilhelm Sander-Stiftung unterstützt 15 vielversprechende Forschungsprojekte aus verschiedenen Bereichen der Onkologie mit einer Fördersumme von insgesamt 2.601.092 Euro. Durch ihre Förderung ermöglicht die Stiftung den Forschenden, innovative Ansätze zur Bekämpfung von Krebserkrankungen zu erforschen: vom Einsatz künstlicher Intelligenz bei der Früherkennung bis hin zu neuen Immuntherapie-Ansätzen.
Neue Behandlungsmöglichkeit für kindliche Hirntumore
Das Medulloblastom ist bei Kindern und Jugendlichen einer der häufigsten bösartigen Hirntumore des Zentralen Nervensystems. Etwa 70 bis 80 Prozent der Betroffenen können mit heutigen Methoden geheilt werden. Viele müssen jedoch mit schweren Langzeitfolgen der aggressiven Therapien leben. Dringend benötigt werden zielgerichtete Therapien, die nur Tumorschwachstellen angreifen und normales Gewebe verschonen. Forschende um Daniel Merk vom Hertie-Institut für klinische Hirnforschung am Universitätsklinikum Tübingen haben eine solche Schwachstelle im Erbgut einer Untergruppe des Medulloblastoms gefunden. Die Wilhelm Sander-Stiftung unterstützte das Projekt mit 111.000 €.
CDK4/6-Hemmer: Neue Hoffnung bei der Behandlung von Darmkrebs
Forschende des Universitätsklinikums Würzburg und der LMU München haben die Wirksamkeit von CDK4/6-Hemmern bei Darmkrebs untersucht – mit vielversprechenden Ergebnissen. Die für Brustkrebs entwickelten Medikamente bremsen das Wachstum von Darmkrebszellen wirksam, auch bei therapieresistenten Tumoren. Entscheidend für den Therapieerfolg ist das Protein p16: Krebszellen mit hoher p16-Expression sprechen schlechter auf die Behandlung an. Das Protein könnte als Biomarker dienen, um Betroffene zu identifizieren, die besonders profitieren. Die von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderte Studie wurde in „Cellular Oncology“ publiziert und könnte den Weg für individualisierte Therapieansätze ebnen.
