Neue unterstützende Behandlungsmöglichkeit beim Embryonalen Rhabdomyosarkom
Rhabdomyosarkome sind die häufigsten Weichteiltumore bei Kindern. Es handelt sich um einen Tumor mesenchymalen Ursprungs, der den Skelettmuskelzellen sehr ähnlich ist. Man unterscheidet klassisch zwei Arten: das alveolare und das embryonale Rhabdomyosarkom. Beiden Tumorarten ist jedoch gemeinsam, dass die Tumorzellen zwar grundsätzlich die Fähigkeit haben, sich in postmitotische Skelettmuskelzellen zu differenzieren, diese Differenzierung aber inhibiert ist. Die Differenzierung von proliferierenden Tumorzellen in sich nicht mehr teilende differenzierte Myotuben oder Muskelfasern könnte einen neuen unterstützenden Ansatz in der Tumortherapie des Rhabdomyosarkoms darstellen. Forschende um Julia von Maltzahn an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) und dem Leibniz Institut für Alternsforschung (FLI) haben einen Weg gefunden, wie Zellen des embryonalen Rhabdomyosarkoms in differenzierte postmitotische Muskelzellen umgewandelt werden können. Die Wilhelm Sander Stiftung hat dieses Projekt mit 185.000 EUR unterstützt.
Genschere und Bluttest: neues Modell für die Lungenkrebsforschung
Das kleinzellige Lungenkarzinom ist eine der aggressivsten Krebsarten. Gewebeproben sind selten, realitätsnahe Mausmodelle daher unverzichtbar. Forschende um Thorsten Stiewe an der Philipps-Universität Marburg haben ein Modell entwickelt, in dem die CRISPR-Genschere einzelne Gene direkt in der Lunge ausschaltet und so Tumoren erzeugt. Ein Leuchtsignal im Blut macht sie messbar: Wenige Tropfen genügen, um ihr Wachstum zu verfolgen – Monat für Monat, ohne Belastung durch Narkosen. Gen für Gen wird so sichtbar, welche natürlichen Bremsen versagen müssen und wo neue Therapien ansetzen können. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte das Projekt mit 154.280 €.