Was gute Forschung ausmacht

Wilhelm Magazin Logo

Was gute Forschung ausmacht


EIN INTERVIEW MIT Prof. Dr. Christine Engeland & Prof. Dr. Florian Greten


Pfeil Navigation
Wilhelm Magazin Logo

Was gute Forschung ausmacht


EIN INTERVIEW MIT Prof. Dr. Christine Engeland & Prof. Dr. Florian Greten


Pfeil Navigation

Zurück zum Inhalt

Nächster Artikel

Was entscheidet darüber, ob ein Forschungsprojekt als „gut“ gilt? Welche Rolle spielen Kriterien, Erfahrung und fachliche Einschätzung in der Begutachtung? Und wie lässt sich Qualität bewerten, wenn Ergebnisse per Definition noch offen sind? Seit 2010 hat Prof. Florian Greten 69 Förderanträge für die Wilhelm Sander-Stiftung begutachtet. Prof. Christine Engeland ist seit 2018 als Gutachterin tätig und hat seither 14 Anträge geprüft. Beide kennen die Begutachtung aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Kontexten und wissen, wie stark Forschung von sorgfältigen, fairen Entscheidungen abhängt.

Greten, international ausgewiesener Krebsforscheram Georg-Speyer-Haus in Frankfurt, ist seit vielen Jahren in nationalen und europäischen Evaluationsgremien aktiv. Engeland, Biowissenschaftlerin an der Universität Leipzig, forscht zu Immuntherapien gegen Krebs. Beide stehen regelmäßig auf beiden Seiten des Systems – als Antragstellende und als Gutachtende. Im Jubiläumsjahr der Stiftung sprechen sie im Doppelinterview über die Logik von Evaluation, den Umgang mit Risiko, veränderte Anforderungen an Daten und Methoden und darüber, was sie von Antragstellenden tatsächlich erwarten.

Woran erkennen Sie einen wirklich guten Antrag?

CE Für mich steht das Arbeitsprogramm im Zentrum. Ich lese sehr genau: Ist es klar formuliert? Logisch aufgebaut? Realistisch geplant? Ein gutes Projekt erkennt man daran, dass die einzelnen Schritte nachvollziehbar aufeinander aufbauen und sich aus der Fragestellung zwingend ergeben. Ich frage mich beim Lesen immer: Würde ich als Außenstehende verstehen, warum genau dieser nächste Schritt folgt? Sind Kontrollen mitgedacht? Ist erkennbar, dass mögliche Probleme reflektiert wurden? Wenn ich merke, dass jemand nicht nur eine Idee formuliert, sondern sie methodisch sauber durchdrungen hat, dann überzeugt mich das.

FG Ich beginne eher beim übergeordneten Kontext. Ist die Fragestellung relevant für das Feld? Wird hier tatsächlich ein offenes Problem adressiert oder bewegt man sich in einem Bereich, in dem der Erkenntnisgewinn nur kleine Fortschritte bringt? Das lässt sich oft relativ schnell einschätzen, gerade wenn man ein Fachgebiet über viele Jahre begleitet hat. Ich frage mich: Wenn dieses Projekt erfolgreich ist – verändert es etwas? Bringt es uns inhaltlich weiter?

Was ist für Sie nicht verhandelbar?

FG Eine klare Fragestellung. Wenn man das Projekt nicht in zwei oder drei Sätzen erklären kann, fehlt häufig der Fokus. Und es muss realistisch sein. Ambition ist wichtig – aber sie muss zum Förderzeitraum passen.

CE Ich achte besonders auf das Fundament: Gibt es belastbare Vorarbeiten? Ist das methodisch sauber durchdacht? Und selbstverständlich müssen ethische Standards eingehalten werden. Das steht außer Frage.

Portrait Christine Engeland
Christine Engeland
Portrait Christine Engeland
Christine Engeland

Forschung ist immer unsicher. Wie viel Risiko ist akzeptabel?

FG Ohne Risiko gibt es keine neue Erkenntnis. Forschung bedeutet per Definition, dass das Ergebnis offen ist. Entscheidend ist deshalb nicht, ob ein Projekt riskant ist, sondern welcher Art dieses Risiko ist. Wenn eine Fragestellung wissenschaftlich relevant ist und das Ergebnis ungewiss bleibt, ist das völlig normal – genau darum geht es ja. Kritischer sehe ich es, wenn grundlegende Methoden noch nicht etabliert sind oder zentrale technische Schritte auf Annahmen beruhen, die nicht abgesichert sind. Dann verschiebt sich das Risiko vom Erkenntnisgewinn hin zur Umsetzbarkeit. Und man muss den Rahmen berücksichtigen. Ein zweijähriges Projekt kann nicht denselben Risikograd tragen wie ein langfristig angelegtes Großprojekt. Förderzeitraum und Erwartungshorizont müssen zusammenpassen.

CE Für mich ist entscheidend, wie bewusst mit Risiko umgegangen wird. Wird klar benannt, wo Unsicherheiten liegen? Sind mögliche Stolpersteine reflektiert? Und gibt es Alternativstrategien, falls ein zentraler Ansatz nicht funktioniert? Wenn jemand schreibt: „Das ist sehr innovativ und daher riskant“, reicht mir das nicht. Ich möchte sehen, dass dieses Risiko analysiert wurde und dass man sich Gedanken gemacht hat, was passiert, wenn Hypothese A nicht bestätigt wird oder Methode B nicht funktioniert. Ein Projekt darf ambitioniert sein. Aber es sollte zeigen, dass jemand nicht ins Ungewisse läuft, sondern mit offenen Augen plant.

FG Genau. Gute Forschung heißt nicht, dass alles abgesichert ist. Aber sie zeigt, dass die Unsicherheit Teil eines durchdachten Konzepts ist und nicht aus methodischer Unklarheit entsteht.

Warum scheitern Anträge trotz guter Idee?

CE Wenn die innere Logik nicht trägt, überzeugt es mich nicht. Das lässt sich aber häufig verbessern. Ich habe mehrere Fälle erlebt, in denen überarbeitete Anträge deutlich stärker waren.

FG Ich sehe häufig zwei Extreme: technisch saubere Projekte mit wenig Neuheitswert. Oder sehr ambitionierte Programme, die in der vorgesehenen Zeit kaum realistisch umsetzbar sind – gerade bei jüngeren Forschenden.

Portrait Florian Greten
Florian Greten
Portrait Florian Greten
Florian Greten

Hat sich Ihr Blick auf Anträge in den letzten Jahren verändert?

FG Die methodischen Möglichkeiten haben sich stark weiterentwickelt. In der Onkologie ist der Anspruch gestiegen, mit primärem Patientenmaterial zu arbeiten. Das beeinflusst, was wir heute als aussagekräftig bewerten.

CE Und große Datenmengen spielen eine größere Rolle. Datenmanagement und Datensicherung werden genauer geprüft als früher. Die grundlegenden Kriterien sind jedoch gleich geblieben.

Spüren Sie den Einfluss von Künstlicher Intelligenz?

FG Bei Manuskripten merkt man den sprachlichen Effekt deutlich. Bei Förderanträgen weniger. Ein tragfähiges Konzept entsteht nicht durch ein Tool, sondern durch gründliche Vorbereitung.

CE Manchmal wirkt der Stand der Forschung sehr glatt formuliert. Entscheidend ist für mich aber die innere Logik. Gute Sprache ersetzt keine klare Argumentation.

Warum engagieren Sie sich als Gutachter:innen?

FG Weil es Teil des Systems ist. Wer selbst Drittmittel erhält, sollte auch bereit sein, Anträge zu begutachten. Wissenschaft funktioniert nicht ohne dieses Prinzip der Gegenseitigkeit. Sich daran zu beteiligen, ist für mich keine Zusatzaufgabe, sondern Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit.

CE Ich sehe das ähnlich, aber ich empfinde es auch als Gestaltungsmöglichkeit. Als Gutachterin kann ich mitentscheiden, welche Ideen weiterverfolgt werden, welche Fragestellungen Priorität bekommen. Man trägt dazu bei, wissenschaftliche Entwicklungen mitzuformen. Natürlich ist das eine Verantwortung. Man muss Argumente sorgfältig abwägen, Kritik begründen und transparent formulieren. Aber genau darin liegt auch der Reiz: nicht nur zu forschen, sondern Rahmenbedingungen mitzugestalten.

FG Voraussetzung ist dabei Fairness. Eigene Interessen dürfen keine Rolle spielen. Man darf Anträge weder nach persönlichen Vorlieben noch nach strategischen Überlegungen bewerten. Es geht um die Qualität des Projekts – nicht um Netzwerke oder Konkurrenz.

Ihr Rat an Nachwuchsforschende?

FG Nicht zu viele Projekte parallel beginnen. Gerade am Anfang ist die Versuchung groß, jede Fördermöglichkeit zu nutzen, vor allem, wenn erste Anträge erfolgreich sind. Aber jede bewilligte Förderung bringt Verpflichtungen mit sich: Personal, Experimente, Berichte, Anschlussanträge. Das alles braucht Zeit und Struktur. Wer zu viel gleichzeitig startet, riskiert, sich zu verzetteln. Nachhaltiger ist es, wenige Projekte konsequent aufzubauen, solide Daten zu generieren und daraus eine klare wissenschaftliche Linie zu entwickeln.

CE Unbedingt von erfahrenen Kolleg:innen gegenlesen lassen; idealerweise auch von Personen, die nicht im selben Spezialgebiet arbeiten. Wenn jemand außerhalb des eigenen Fachzirkels die Argumentation nachvollziehen kann, ist das ein gutes Zeichen. Denn auch Gutachtende sind nicht immer exakt im selben Themenfeld. Außerdem hilft externes Feedback, blinde Flecken zu erkennen: Wo ist etwas zu selbstverständlich formuliert? Wo fehlt eine Begründung? Ein Antrag ist nicht nur ein wissenschaftliches Konzept, sondern auch eine Kommunikationsleistung. Und die wird besser, wenn mehrere Perspektiven darauf schauen. 

Nächster Artikel


Illustration - Kreuz mit Pfeil

Kein Ergebnis ist auch ein Ergebnis

Illustration - Kreuz mit Pfeil

Kein Ergebnis ist auch ein Ergebnis

Prof. Dr. Uwe Thiel und Dr. Dr. Sebastian J. Schober haben ein
Forschungsprojekt abgeschlossen, das die Unwirksamkeit
eines Verfahrens belegt. Damit haben sie möglicherweise mehr zum medizinischen Fortschritt beigetragen als manche
positive Studie.


EIN INTERVIEW MIT Prof. Dr. Uwe Thiel & Dr. Dr. Sebastian J. Schober


Illustration - Kreuz mit Pfeil

Kein Ergebnis ist auch ein Ergebnis

Prof. Dr. Uwe Thiel und Dr. Dr. Sebastian J. Schober haben ein Forschungsprojekt abgeschlossen, das die Unwirksamkeit eines Verfahrens belegt. Damit haben sie möglicherweise mehr zum medizinischen Fortschritt beigetragen als manche positive Studie.


EIN INTERVIEW MIT Prof. Dr. Uwe Thiel & Dr. Dr. Sebastian J. Schober


Zurück zum Inhalt

Nächster Artikel

Das Rhabdomyosarkom ist eine der aggressivsten Krebserkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Selbst bei intensiver Therapie sind die Heilungschancen bei metastasierten Fällen gering. Die Hoffnung, dass eine allogene Stammzelltransplantation diesen Kindern einen Überlebensvorteil verschaffen könnte, war wissenschaftlich plausibel – und erwies sich doch als nicht tragfähig. Was das bedeutet, wie die Forschenden diesen Befund erlebt haben und warum sie ihn trotzdem als Erfolg werten, erzählen Uwe Thiel und Sebastian J. Schober im Gespräch.

„20 Prozent transplantationsassoziierte Mortalität – das ist eine eindeutige Datenlage.“

Wenn neue Ansätze kritisch diskutiert werden: Woran erkennen Sie, ob Kritik Sie weiterbringt oder eher bremst?

Die Tendenz zeichnete sich bereits bei der ersten systematischen Auswertung der Überlebensdaten ab. Wir haben diesen Moment als positiv erlebt, weil sich daraus eine klare klinische Empfehlung ableiten ließ: keine toxische Behandlung mehr ohne messbaren Nutzen. 20 Prozent transplantationsassoziierte Mortalität bei fehlendem Überlebensvorteil, das ist eine eindeutige Datenlage.

Forschung ohne Risiko – das klingt paradox. Können Sie erklären, warum Forschung, die nicht auch scheitern könnte, ihrem eigentlichen Auftrag nicht gerecht wird?

Wenn wir nur Hypothesen testen, bei denen wir das Ergebnis vorhersehen können, bewegen wir nichts. Gerade in der pädiatrischen Onkologie, wo die Patientenzahlen gering und die Prognosen oft schlecht sind, müssen wir den Mut aufbringen, auch unbequeme Fragen zu stellen. Die Hypothese eines Graft-versus-Tumor-Effekts war biologisch plausibel. Dass sie sich in unserer Kohorte nicht bestätigt hat, schützt jetzt zukünftige Patienten vor einer belastenden Therapie. Das ist kein Scheitern, sondern genau der Auftrag von Forschung.

Wo lag für Sie persönlich das größte Risiko dieses Projekts – aus wissenschaftlicher, klinischer oder beruflicher Sicht?

Das wissenschaftliche Risiko war kalkulierbar. Das praktische Risiko lag in der multizentrischen Kooperation über mehrere europäische Länder, die Vertrauen und Fingerspitzengefühl erfordert. Was die Laufbahn betrifft, ist der Druck, positive Ergebnisse zu veröffentlichen, real. Man muss das vom Ego entkoppeln und an den ursprünglichen Auftrag denken. Wer negative Ergebnisse nicht publiziert, vergeudet die Zeit anderer Forschungsgruppen.

„Etwa die Hälfte aller publizierten biomedizinischen Ergebnisse lässt sich nicht reproduzieren.”

Hatten Sie Sorge, dass sich ein negatives Ergebnis schwieriger publizieren ließe?

Nein, vernünftige Journals publizieren auch negative Ergebnisse. Drei internationale Gutachter, darunter vom Memorial Sloan Kettering Cancer Center, haben die Relevanz unserer Arbeit sofort erkannt. Das ist jedoch nicht selbstverständlich, denn der systematische Publikationsbias ist gut dokumentiert. Etwa die Hälfte aller publizierten biomedizinischen Ergebnisse lässt sich nicht reproduzieren. Bei Amgen ließen sich beispielsweise nur sechs von 53 präklinischen Krebsstudien bestätigen. Solange das Anreizsystem Quantität statt Reproduzierbarkeit belohnt, bleibt das ein strukturelles Problem.

Wann gilt ein Forschungsprojekt Ihrer Meinung nach tatsächlich als gescheitert – und wann nicht?

Ein Projekt ist gescheitert, wenn der Publikationsdruck dazu führt, dass die eigenen Ergebnisse nicht mehr objektiv betrachtet werden. Oder wenn wir als Gemeinschaft hinnehmen, dass ein erheblicher Teil unserer Ergebnisse nicht reproduzierbar ist. Der geschätzte jährliche Schaden allein in den USA liegt dabei im zweistelligen Milliardenbereich. Ioannidis hat das bereits 2005 beschrieben. Zwanzig Jahre später hat sich strukturell wenig geändert. Nicht gescheitert ist hingegen ein Projekt, das eine Frage sauber beantwortet, unabhängig vom Ergebnis.

„Die Tür für Kombinationsansätze bleibt offen.”

Aus Ihren Ergebnissen ergibt sich eine klare Empfehlung gegen Stammzelltransplantationen bei bestimmten Patientengruppen. Welche Verantwortung sehen Sie in einer solchen Schlussfolgerung?

Wir sehen diese Verantwortung auf drei Ebenen. Erstens: Transparenz. Wir haben alle Daten, einschließlich der hohen transplantationsassoziierten Mortalität, vollständig publiziert. Zweitens: methodische Sorgfalt. Die Matched-Pair-Analyse mit nicht transplantierten Kontrollpatienten war entscheidend, um den fehlenden Zusatznutzen zu belegen. Und drittens: Konsequenz. Unsere Schlussfolgerung ist eindeutig. Gleichzeitig muss man differenzieren. Eine prospektive Studie mit zusätzlichen Spenderlymphozyteninfusionen könnte die Frage neu bewerten. Wir haben einen Patienten mit einem Oberlin-Score von 4 beschrieben, der nach Transplantation und DLI mindestens 5 Jahre rezidivfrei überlebte. Dieser Einzelfall zeigt, dass alloreaktive Immunmechanismen unter bestimmten Bedingungen wirksam sein könnten. Die Tür für Kombinationsansätze bleibt offen.

Wie haben Sie die Erkenntnisse aus diesem Projekt in die klinische Praxis überführt? Was hat sich für Patientinnen und Patienten konkret verändert?

Wir transplantieren diese Patienten nicht mehr. Es gibt weniger stationäre Aufenthalte mit teils schwerer Toxizität ohne klinischen Nutzen – das ist ein konkretes, positives Ergebnis. Gleichzeitig hat die Erkenntnis, dass alloreaktive Spenderzellen solide Tumoren nicht allein kontrollieren können, unsere Forschungsrichtung verändert. Wir forschen nun in Richtung einer Kombination aus onkolytischen Viren, CDK4/6-Inhibitoren und TCR/CAR-T-Zellen, die das Tumormikromilieu gezielt verändern. Das negative Ergebnis hat also eine neue Forschungsperspektive eröffnet.

„Förderer, die den Wert einer sauber durchgeführten negativen Studie erkennen, sind ein entscheidendes Korrektiv.”

Wie wichtig ist es, negative Ergebnisse offen und transparent zu kommunizieren, auch wenn sie Hoffnungen relativieren oder Erwartungen enttäuschen?

Es ist essenziell. Wer negative Ergebnisse nicht publiziert, lässt andere Forschungsgruppen dieselben Fehler wiederholen. Das kostet Zeit und Ressourcen, die für andere Projekte aufgewendet werden könnten. Zudem trägt er zur Reproduzierbarkeitskrise bei, welche das Vertrauen in die biomedizinische Forschung gefährdet. Förderer wie die Wilhelm Sander-Stiftung, die den Wert einer sauber durchgeführten negativen Studie erkennen, sind daher ein entscheidendes Korrektiv. Denn letztlich entscheiden die Förderbedingungen auch darüber, ob Forschende den Mut haben, unbequeme Fragen zu stellen und unbequeme Antworten zu publizieren.


ZUR FORSCHUNG

Ein Projekt ist gescheitert, wenn der Publikationsdruck dazu führt, dass die eigenen Ergebnisse nicht mehr objektiv betrachtet werden. Oder wenn wir als Gemeinschaft hinnehmen, dass ein erheblicher Teil unserer Ergebnisse nicht reproduzierbar ist. Der geschätzte jährliche Schaden allein in den USA liegt dabei im zweistelligen Milliardenbereich. Ioannidis hat das bereits 2005 beschrieben. Zwanzig Jahre später hat sich strukturell wenig geändert. Nicht gescheitert ist hingegen ein Projekt, das eine Frage sauber beantwortet, unabhängig vom Ergebnis.

Nächster Artikel


ASCII-Porträt von drei Männern

Mäzenatentum - eine wesentliche Säule der Forschungsförderung

Wilhelm Magazin Logo

Mäzenatentum: eine wesentliche Säule der Forschungsförderung

Warum private Förderung mehr ist als ein Notbehelf


AUTOR Ernst G. Wittmann


Pfeil Navigation
Wilhelm Magazin Logo

Mäzenatentum: eine wesentliche Säule der Forschungs­förderung

Warum private Förderung mehr ist als ein Notbehelf


AUTOR Ernst G. Wittmann


Pfeil Navigation

Zurück zum Inhalt

Nächster Artikel

Wenn über Mäzenatentum und private Wissenschaftsförderung gesprochen wird, fällt oft ein Wort besonders schnell: Lücke. Private Förderung erscheint dabei als das, was einspringt, wenn staatliche Mittel nicht reichen – ein Notbehelf, eine hilfreiche, aber im Grunde doch sekundäre Ergänzung. Diese Sichtweise ist bequem für den politischen Diskurs. Aber sie ist falsch.
Sie ist falsch, weil sie die strukturelle Eigenständigkeit privater Wissenschaftsförderung verkennt. Dabei ist es wichtig, genauer zu sein: Mäzenatentum – die großzügige, risikofreudige Förderung von Kunst, Wissenschaft und Kultur durch Einzelne – und institutionalisierte Stiftungen sind nicht dasselbe. Stiftungen sind rechtlich eigenständige Organisationen mit eigenem Vermögen und Satzung, während Mäzenatentum ein Verhalten ist – oft persönlich, manchmal punktuell. Die Wilhelm Sander-Stiftung ist beides: Sie verkörpert die Geisteshaltung des Mäzenatentums (mutig, risikofreudig, langfristig orientiert), aber in der institutionellen Form einer Stiftung – was bedeutet, dass diese Haltung nicht an eine Person gebunden ist, sondern dauerhaft verankert bleibt. Und eben das ist der Punkt: Eine Stiftung wie die Wilhelm Sander-Stiftung kann dort wirksam werden, wo der moderne Forschungsstaat – mit seinen Evaluierungs- und Haushaltszwängen, Projektzyklen und strategischen Priorisierungen – an seine strukturellen Grenzen stößt: für langfristige Fragen ohne rasche Verwertbarkeit, für echtes Risiko im Sinne des ‚High Risk–High Reward‘, für wissenschaftliche Freiheit dort, wo weder Output noch Outcome einfach messbar sind. Das ist der Ort, wo private Förderung ihre eigentliche Aufgabe findet. Als bewusste Gegenposition zu kurzfristiger Steuerung. Eine institutionalisierte Stiftung ermöglicht es, genau dort zu fördern, wo der Staat strukturell an Grenzen stößt – und eröffnet damit einen Freiraum, den es braucht, damit Wissenschaft ihre transformative Kraft entfalten kann. Der Nobelpreisträger und Hirnforscher Prof. Dr. Thomas Südhof, lange Jahre an der Stanford University tätig, beschreibt diesen Unterschied prägnant:

Die Flexibilität, die eine Stiftung bereiten kann, ist ein extrem wichtiges Komplement zu einer viel bürokratischeren staatlichen Finanzierungsmethode.

Portrait G. Wittmann
Ernst G. Wittmann
Portrait G. Wittmann
Ernst G. Wittmann
Portrait G. Wittmann
Ernst G. Wittmann

Wie groß der Abstand zur US-amerikanischen Forschungs-Philanthropie tatsächlich ist, macht Prof. Dr. Josef Puchta, ehemaliger kaufmännischer Vorstand des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) und Leiter der privaten Forschungsförderung des DKFZ in Heidelberg, mit einer konkreten Zahl deutlich:

Die drei bis vier relevanten wissenschaftlichen Wettbewerber des DKFZ an der US-amerikanischen Ostküste generieren, über die Grundfinanzierung hinaus, etwa 100 bis 150 Millionen Dollar pro Jahr von privater Seite. Davon sind wir sehr deutlich entfernt.

Diese Flexibilität ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit – und sie wird in Zukunft noch wichtiger. Denn während Deutschland bislang von einem starken öffentlichen Forschungssystem ausgehen konnte, zeigen sich beunruhigende Tendenzen: In vielen Ländern, insbesondere in den USA, wurden öffentliche Forschungsmittel kontinuierlich reduziert. Was dort bereits Realität ist, könnte auch Deutschland ereilen. Ich bin überzeugt: Es wird auch in Deutschland zu verstärkter privater Förderung kommen, da die öffentlichen Gelder in Zukunft immer mehr zurückgefahren werden, wie es bereits heute in den USA zu sehen ist. Das ist kein Grund zur Handlungslähmung, sondern ein Anlass zur bewussten strategischen Vorbereitung. Die Wilhelm Sander-Stiftung hat diese Erkenntnis über Jahrzehnte praktiziert: Wir unterstützen Projekte, die manchmal 15 oder 20 Jahre dauern, bevor sie therapeutische Konsequenzen zeigen, und trauen uns an Vorhaben heran, deren Erfolg nicht garantiert ist. Das ist nicht die Funktion eines ‚Lückenfüllers‘ – das ist die Funktion eines verantwortungsvollen, eigenständigen Akteurs im Förderwesen. Auch Josef Puchta warnt vor einer zu engen Lesart privater Förderung: 

Es wäre zu kurz gesprungen, wenn versucht würde, private Mittel als Lückenfüller einzuwerben. Private Förderung sollte einer Forschungseinrichtung ermöglichen, vorhandenes Gutes auszubauen, neue Felder aufzugreifen und junge Talente zu fördern. Von daher ist die private Forschungsförderung eine strategische Ergänzung und keine Substitution zu öffentlichen Mitteln.

Portrait Josef Putsch - Ehemaliger kaufmännischer Vorstand des DKFZ
Josef Puchta, ehemaliger kaufmännischer Vorstand des DKFZ
Portrait Josef Putsch - Ehemaliger kaufmännischer Vorstand des DKFZ
Josef Puchta, ehemaliger kaufmännischer Vorstand des DKFZ
Portrait Josef Putsch - Ehemaliger kaufmännischer Vorstand des DKFZ
Josef Puchta, ehemaliger kaufmännischer Vorstand des DKFZ

Das deutsche Stiftungsmodell unterscheidet sich dabei bewusst von manchen Ansätzen in der US-Philanthropie. Während dort Großspender und Stiftungen oft im Fokus stehen – Gebäude tragen ihre Namen, und die Sichtbarkeit ist hoch – verstehen sich deutsche Förderstiftungen traditionell als diskrete Partner der Wissenschaft, die ‚Inseln des Gelingens‘ schaffen, ohne die öffentliche Verantwortung zu ersetzen. Diese Bescheidenheit ist keine Schwäche. Sie ist eine Stärke: Sie ermöglicht langfristige Partnerschaft auf Augenhöhe, ohne dass private Interessen oder Reputation in den Vordergrund rücken. Gleichwohl ist es wichtig, die Bedeutung privater Stiftungen klar auszusprechen. Gerade für ein Land wie Deutschland mit einem traditionell starken öffentlichen Forschungssystem ist der Fehler schnell gemacht, private Förderung als marginal zu sehen. Aber wie Thomas Südhof mit Blick auf die USA konstatiert:

Ohne diese Stiftungen, ohne die Philanthropie in den USA, würde die Wissenschaft hier extrem leiden.

Josef Puchta ergänzt einen oft unterschätzten Mechanismus: Private Mittel können nicht nur direkt wirken, sondern auch als Hebel dienen, um zusätzliche öffentliche Gelder zu mobilisieren. Und mit Blick auf die nächste Generation der Förderbegeisterten gilt:

Gerade die jüngere Generation der Unterstützer legt sehr viel Wert darauf, zu wissen, was mit ihrer Unterstützung gemacht wird und wie die Gelder eingesetzt werden.

Portrait Thomas C. Südhof - Biochemiker an der Stanford University und Nobelpreisträger für Medizin 2013
Thomas C. Südhof, Biochemiker an der Stanford University und Nobelpreisträger für Medizin 2023
Portrait Thomas C. Südhof - Biochemiker an der Stanford University und Nobelpreisträger für Medizin 2013
Thomas C. Südhof, Biochemiker an der Stanford University und Nobelpreisträger für Medizin 2023
Portrait Thomas C. Südhof - Biochemiker an der Stanford University und Nobelpreisträger für Medizin 2013
Thomas C. Südhof, Biochemiker an der Stanford University und Nobelpreisträger für Medizin 2023

Es braucht, so Josef Puchta, neben der staatlichen auch eine private Verantwortungskultur für Wissenschaft und Forschung – von der in einem rohstoffarmen Land wie Deutschland ein Großteil der Zukunft abhängt. Das erfordert von privaten Stiftungen nicht, die staatliche Forschungsförderung zu ersetzen. Im Gegenteil: Stiftungen brauchen einen starken öffentlichen Sektor, um ihre Funktion überhaupt erfüllen zu können. Sie sind Ergänzung – aber nicht im Sinne eines Notbehelfs, sondern im Sinne einer notwendigen Pluralität von Förderlogiken. Wo der Staat kurzfristig und strategisch steuert, kann die Stiftung langfristig und explorativ arbeiten. Wo öffentliche Mittel auf Kontinuität und Breite ausgerichtet sind, können private Mittel Innovation und Risiko ermöglichen. Diese Komplementarität ist nicht zufällig; sie ist systemisch.

Die Wissenschaft der Zukunft braucht diese Pluralität: die strategische Stabilität des Staates ebenso wie die Freiheit, Risikobereitschaft und langfristige Perspektive, die nur institutionalisierte Stiftungen mit mäzenatischer Geisteshaltung bieten können. Beides zusammen – nicht eines statt des anderen – macht eine starke Forschungslandschaft aus. In genau dieser Rolle – als eigenständiger, verantwortungsvoller Akteur, nicht als Lückenfüller – wünschen wir uns, auch in den kommenden Jahren das Vertrauen der Wissenschaft und der Gesellschaft zu bewahren. 

Nächster Artikel


Portrait Ferenc

Forschungsethos - was treibt Forschende an?

Portrait Ferenc

Forschungsethos – was treibt Forschende an?


EIN INTERVIEW MIT Prof. Dr. Ferenc Krausz


Portrait Ferenc

Forschungsethos – was treibt Forschende an?


EIN INTERVIEW MIT Prof. Dr. Ferenc Krausz


Zurück zum Inhalt

Nächster Artikel

Ferenc Krausz ist Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik und Professor an der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie Lehrstuhlinhaber (Chair Professor) am Fachbereich Physik der University of Hong Kong (HKU). Neugier ist für den Nobelpreisträger für Physik kein abstrakter Begriff, sondern persönlicher Antrieb. Schon als Kind wollte er verstehen, wie Dinge im Innersten funktionieren. Heute verschiebt er mit seiner Arbeit an ultrakurzen Laserpulsen die Grenzen des Messbaren – und sucht gezielt nach neuen Ansätzen, wenn bestehendes Wissen nicht weiterführt.

Für ihn entsteht Fortschritt dort, wo Disziplinen zusammenwirken und Kritik ernst genommen wird. Forschung bedeutet, Entscheidungen zu treffen, Hindernisse anzuerkennen und 
im Zweifel auch einen eingeschlagenen Weg zu korrigieren. Sie verlangt sorgfaltige Validierung, verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen und eine klare Kommunikation gegenüber Fachwelt und Öffentlichkeit. Im Gespräch geht es daher weniger um Auszeichnungen als um Haltung: um Beharrlichkeit, Präzision und die Bereitschaft, Erkenntnis Schritt für Schritt zu erarbeiten.

Herr Professor Krausz, was motiviert Sie, sich immer wieder auf neue Forschungsfragen einzulassen, deren Ausgang offen ist? 

Ich bin ein neugieriger Mensch. Schon als Kind habe ich alte Radios auseinandergenommen, um ihr Innenleben zu erkunden. Neugierde sollte der Motor eines jeden Forschenden sein. Als Forscher oder Forscherin ist man immer auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer im großen Universum der Naturphänomene. Das bedeutet für uns, die Grenzen des Wissens zu verschieben und auf unbekanntes Terrain vorzustoßen. Es ist wirklich ein unglaubliches Gefühl, wenn es Ihnen eines Tages gelingt, als Erster etwas beobachten zu können, was noch kein Mensch jemals zuvor entdeckt hat. Es gibt noch genügend weiße Flecken auf der Landkarte der Naturwissenschaften. Die Aussicht Neues zu entdecken und das Wissen der Menschheit zu erweitern, ist für mich eine gewaltige Motivation.

Sie verbinden in Ihrer Arbeit verschiedene Disziplinen. Warum ist das für gute Forschung wichtig?

Wenn wir nicht an den Grenzen des Wissens rütteln und sie verschieben, würden wir auf der Stelle treten. Unsere Welt dreht sich sehr schnell, Stillstand gibt es kaum. Da braucht es für viele Herausforderungen neue Denkansätze und unkonventionelle Herangehensweisen. Wenn wir beispielsweise nach technischen oder medizinischen Lösungen nur mit vorhandenen Kenntnissen suchen, werden wir viele Herausforderungen der Zukunft wahrscheinlich nicht erfolgreich meistern. Neue Messtechniken der Physik können potenziell neue Wege für die Früherkennung von schweren Erkrankungen ermöglichen. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, muss man verschiedene Disziplinen, in unserem Fall Physik, Informatik, Medizin, zusammenwirken lassen. 

Wenn neue Ansätze kritisch diskutiert werden: Woran erkennen Sie, ob Kritik Sie weiterbringt oder eher bremst?

Kritik ist in erster Linie einmal etwas, der man sich stellen sollte, egal in welcher Position man ist. Ich lasse gern die unterschiedlichen Meinungen aus meinem Team in eine Entscheidungsfindung einfließen. Kritik lässt uns hinterfragen, ob der neue Ansatz tatsächlich so vielversprechend ist, wie er auf den ersten Blick erschien, ob er sich tatsächlich realisieren lässt oder man einen möglichen „Show-stopper“ außer Acht gelassen hat. Selbst wenn wir die vorgebrachte Kritik ausräumen, haben wir dabei etwas gelernt: miteinander in einem kritischen Dialog unsere Ziele zu verfolgen. In einem solchen Dialog sind in der Regel immer auch Vorschläge und Anregungen dabei, an die man selber vielleicht noch nicht gedacht hat, die aber gelegentlich vielversprechende Perspektiven aufzeigen. Irgendwann aber muss eine Entscheidung getroffen werden, um in eine bestimmte Richtung weitergehen zu können. Mit dieser Entscheidung muss ich dann leben und sie bei Bedarf später korrigieren.

Forschung bindet Vertrauen – von Förderern, Kolleginnen und der Öffentlichkeit. Wo spüren Sie diese Verantwortung im wissenschaftlichen Alltag? 

Experimentelles Forschen in unserer Disziplin, der Ultrakurzzeit-Laserphysik, kostet Geld. Wir achten sehr darauf, die finanziellen Mittel, die uns ja in der Regel die Steuerzahler zur Verfügung stellen, so effizient wie möglich einzusetzen. Ebenso fühlen wir uns verpflichtet, unsere Forschung so verlässlich wie möglich zu validieren. Das heißt, wir überprüfen unsere Ergebnisse akribisch, bevor wir sie zur Veröffentlichung freigeben. Denn das neue Wissen, das wir publizieren, ist ja wiederum die Grundlage dafür, weiteres Wissen zu generieren zum Wohl der Allgemeinheit. Wir fühlen uns auch verpflichtet, neben wissenschaftlichen Publikationen, die in an die Fachwelt gerichtet sind, auch die breite Öffentlichkeit in angemessener Form zu informieren. Über unsere photonworld.de Website, über unsere Presseaussendungen, aber regelmäßig auch über Vorträge, die an die allgemeine Öffentlichkeit gerichtet sind.

Gab es Momente, in denen Sie eine vielversprechende Idee bewusst beendet haben? Was war dafür ausschlaggebend?  

Wenn man sich entscheidet, eine vielversprechende Idee in die Tat umzusetzen, tut man dies von der Zuversicht getrieben, dass die Umsetzung auch gelingen kann, wohl aber im Bewusstsein, dass Unvorhersehbares uns daran hindern und das Vorhaben sogar zum Scheitern bringen kann. Je weiter wir in unerforschte Gebiete vorstoßen, umso größer ist die Gefahr, dass wir plötzlich vor einem großen Hindernis stehen. Ob das Hindernis überwindbar oder unüberwindbar erscheint, entscheidet über die Fortsetzung oder Beendigung des Weges. Je länger man den (Irr)-Weg verfolgt hat, umso schwerer fällt es einem, das Scheitern einzusehen. Einige Male ist das bereits passiert. Jedes Mal habe ich versucht, das Positive in den Vordergrund zu stellen: wertvolle neue Erkenntnisse kann man auch aus dem Scheitern gewinnen. Es zwingt uns zu einem neuen Anlauf, und dieser birgt eine neue Chance. Vielleicht für einen Weg, der wesentlich schneller zum Ziel führt. 

Heute wird Forschung oft an Tempo, Sichtbarkeit und Verwertbarkeit gemessen. Was darf dabei aus Ihrer Sicht nicht verloren gehen? 

Bei jedem noch so hohen Zeitdruck oder Tempo muss darauf geachtet werden, dass die Validierung und Konsolidierung der Forschungsergebnisse nicht zu kurz kommt. Hier haben wir eine enorme Verantwortung. Einerseits der Fachwelt bzw. Wissenschaft gegenüber, denn sie baut auf diesen Erkenntnissen auf. Sie will sich darauf verlassen, dass sie hinreichend abgesichert sind. Mindestens so groß ist unsere Verantwortung dem wissenschaftlichen Nachwuchs gegenüber. Er wird von uns lernen, wie gewissenhaft man bei der Auswertung und eventuell der Wiederholung der Experimente vorgehen muss, um sichergehen zu können, dass die Schlussfolgerungen aus den Experimenten und Berechnungen richtig sind. Unsere jungen Kolleginnen und Kollegen werden die Welt von morgen gestalten. Ich bin überzeugt, dass es sich lohnt, dem Nachwuchs die größtmögliche Sorgfalt bei der Durchführung von Experimenten und Berechnungen, Studien und Analysen, sowie bei der Hinterfragung, Reproduzierung und Validierung der Forschungsergebnisse beizubringen!

Was sollten junge Forschende mitbringen, wenn sie langfristig ernsthafte Wissenschaft betreiben wollen?

Wenn man in der Forschung Erfolg haben möchte, dann muss man am Ball bleiben und darf niemals aufgeben. Zugegeben, manchmal ist es entmutigend, wenn man über längere Zeit zu keinen Ergebnissen kommt, aber es lohnt durchzuhalten. Diese Erfahrung habe ich oft in meinem Forscherleben machen müssen. Heutige Forschung besteht nicht nur darin, im Labor zu stehen und Wissen zu produzieren. Als Forscher arbeiten, bedeutet auch die effiziente Organisation der eigenen Arbeit oder das Einwerben einer soliden Finanzierung. Zudem ist die Kommunikation von Ergebnissen an die Öffentlichkeit ein wichtiger Aspekt. Wissenschaft sollte kommuniziert werden, um die Akzeptanz nicht zu verlieren und gerade im Zeitalter der Fake News ein wenig Verlässlichkeit zu bieten.

Und so schmerzhaft das vielleicht jetzt auch klingen mag: Manchmal muss man auf private Annehmlichkeiten verzichten und etwa Nächte im Labor verbringen, wenn es der Ergebnisfindung dient. Ich kann Ihnen diesbezüglich versichern, dass ich weiß, wovon ich rede und ich danke an dieser Stelle vor allem meiner Familie, dass sie mir immer selbstlos den Rücken freigehalten hat. 

Nächster Artikel


Büro München

Wilhelm Sander-Stiftung
Zweigstraße 10
80336 München

Telefon: +49 89 544 187-0
E-Mail: info@sanst.de

Büro Neustadtan der Donau

Wilhelm Sander-Stiftung
Herzog-Ludwig-Straße 17
93333 Neustadt an der Donau

Telefon: +49 9445 99199-0
E-Mail: neustadt@sanst.de

Büro Leverkusen

Wilhelm Sander-Stiftung
Mülheimer Straße 76 a
51375 Leverkusen-Schlebusch

Telefon: +49 214 855 18-0
E-Mail: hv-leverkusen@sanst.de

Folgen Sie uns auf Linkedin


© 2026: Wilhelm Sander-Stiftung

Büro München

Wilhelm Sander-Stiftung
Zweigstraße 10
80336 München

Telefon: +49 89 544 187-0
E-Mail: info@sanst.de

Büro Neustadtan der Donau

Wilhelm Sander-Stiftung
Herzog-Ludwig-Straße 17
93333 Neustadt

Telefon: +49 9445 99199-0
E-Mail: neustadt@sanst.de

Büro Leverkusen

Wilhelm Sander-Stiftung
Mülheimer Straße 76 a
51375 Leverkusen-Schlebusch

Telefon: +49 214 855 18-0
E-Mail: hv-leverkusen@sanst.de


© 2026: Wilhelm Sander-Stiftung

Privacy Preference Center