Eine mögliche neue Strategie zur Überwindung der Immuntherapieresistenz im Bauchspeicheldrüsenkrebs und anderen Tumorerkrankungen
Zelluläre und Immuntherapien funktionieren derzeit bei Bauchspeicheldrüsenkrebs nicht oder nur unzureichend. Forscher der LMU München hatten herausgefunden, dass dies unter anderem an einem speziellen Botenstoff, dem Prostaglandin, liegt, das sowohl von Krebszellen als auch von deren Umgebung ausgeschüttet wird. Unterstützt von der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 177.000 Euro konnte die Arbeitsgruppe von Sebastian Kobold nun eine mögliche Strategie entwickeln, wie dieser Signalweg gezielt ausgeschaltet werden kann. Durch Genscheren konnten die Wissenschaftler nun in zellulären Therapien die Wirkung von Prostaglandinen ausschalten, was möglicherweise Immuntherapien auch bei dieser Erkrankung ermöglichen könnte.
Genveränderung eröffnet neue Angriffspunkte bei Neuroblastomen
Neuroblastome, eine aggressive Form von Krebs im Kindesalter, sind häufig schwer zu behandeln – insbesondere dann, wenn sie mit ungünstigen genetischen Veränderungen einhergehen. Unter der Leitung von Dr. Jan Dörr hat ein Forschungsteam nun untersucht, wie das Gen DDX1 die Eigenschaften von Tumorzellen beeinflusst. Dabei konnten die Forschenden zeigen, dass DDX1 bei vielen aggressiven Neuroblastomen gemeinsam mit dem Onkogen MYCN vervielfacht ist, den Zellstoffwechsel verändert und eine Abhängigkeit vom mTOR-Signalweg erzeugt. Zudem beeinflusst das Gen, wie Krebszellen auf Chemotherapie reagieren. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte das Projekt mit rund 198.000 Euro. Die Ergebnisse weisen auf eine potenziell neue Angriffsstelle für zukünftige Therapien hin.
Immobilienmanagement bei Stiftungen: Zwischen Tradition und Professionalisierung

Immobilienbestände bei Stiftungen sind vielerorts über Jahrzehnte – teils über Jahrhunderte – organisch gewachsen. Sie dienten der sicheren Vermögensanlage, der langfristigen Ertragssicherung oder auch unmittelbar der Zweckverwirklichung. Die Verwaltung konnte sich in der Vergangenheit auf die Vermietung frei werdender Wohnungen, Ad-hoc-Instandsetzung und in Einzelfällen der Modernisierung sowie einfache Bewirtschaftungsmodelle (Betriebs- und Heizkostenabrechnung) beschränken. Entschieden wurde mit Augenmaß, aber selten mit strategischem Blick auf Rendite, Liquidität und Risiko vor dem Hintergrund stiftungsspezifischer Anforderungen.
Von Ernst G. Wittmann
Der Stiftungskompass - Alles, was Sie über Stiftungen wissen müssen

Stiften, Spenden, Sponsern … Was ist das eigentlich? Und wo liegen die wichtigen Unterschiede? Die Stiftungswelt ist geprägt von einer Vielzahl an Begrifflichkeiten, gleichzeitig durchziehen alternative Stiftungsformen die heutige (Stiftungs-)Landschaft: Dies führt zu Unklarheiten und zahlreichen Mythen wie beispielsweise: Stiftungen sind doch nur was für Reiche, die Steuern sparen wollen. Ernst G. Wittmann ist ausgebildeter Finanzanalyst und langjähriger Stiftungsmanager, seit 2015 ist er Leiter der Stiftungsverwaltung an der LMU München und blickt auf eine langjährige Erfahrung in leitender Funktion im Bereich der Stiftungsberatung zurück. In diesem Buch gibt er eine Einführung in die Stiftungswelt, die gleichsam als Stiftungs-Kompass für die tägliche Stiftungsarbeit dienen kann. Sowohl für Interessierte am Stiftungswesen als auch für alle Beteiligten in der täglichen Stiftungsarbeit, vom Stiftungsgründer bis hin zum potenziellen Spender. Mit vielen Praxistipps, Fallstudien und Wissensboxen als Gedankenanstöße für die tägliche Stiftungsarbeit.
Von Ernst G. Wittmann & Carsten Seip
FinanzBuch Verlag
Hardcover, 272 Seiten
Erschienen: Dezember 2023
ISBN: 978-3-95972-463-0
Initiative Transparente Tierversuche
Als Förderstiftung für innovative medizinische Forschung ist die Wilhelm Sander-Stiftung Teil der „Initiative Transparente Tierversuche“. Wir bekennen uns zu einer transparenten und proaktiven Kommunikation darüber, wann und warum tierexperimentelle Forschung eingesetzt wird. Auch wenn Alternativmethoden zunehmend an Bedeutung gewinnen, kann die Wissenschaft derzeit in einigen Fragestellungen noch nicht vollständig auf Tierversuche verzichten. Umso wichtiger sind strenge rechtliche Vorgaben, eine sorgfältige Begutachtung und die konsequente Anwendung des 3R-Prinzips, um Tierversuche auf das unerlässliche Minimum zu begrenzen. Mit unserer Unterstützung der Initiative möchten wir zu einer nachvollziehbaren, evidenzbasierten Diskussion beitragen und den Dialog mit der Öffentlichkeit stärken.
Infrared molecular fingerprinting: neuer Weg zur Krebsfrüherkennung
Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert ein wegweisendes Forschungsprojekt an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) und dem Max-Planck-Institut für Quantenoptik mit rund einer Million Euro. Ziel des Vorhabens unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Ferenc Krausz und Frau Prof. Dr. Mihaela Žigman ist es, eine neue Form der molekularen Krebsdiagnostik zu entwickeln und in die klinische Anwendung zu bringen. Da eine frühzeitige Diagnose bei den meisten Krebsformen die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie darstellt, eröffnen molekulare Analysen des Blutes hier neue Möglichkeiten: Sie machen krankheitsbedingte Veränderungen einzelner Organe im Zusammenspiel des gesamten Körpers sichtbar.
Forschung, die wirkt: Wilhelm Sander-Stiftung fördert 20 Projekte für den Kampf gegen Krebs im ersten Quartal 2026 mit 3,3 Millionen Euro
Wissenschaftlicher Fortschritt durch Synergie: Die 20 Projekte, die die Wilhelm Sander-Stiftung zum Jahresbeginn 2026 in die Förderung aufgenommen hat, decken ein breites Spektrum der modernen Krebsforschung ab. Die Vorhaben verfolgen einen integrativen Ansatz, der von der Identifikation neuer molekularer Zielstrukturen – etwa in der Zellhülle oder im Immunsystem – bis hin zur Optimierung klinischer Abläufe durch präzises Therapiemonitoring reicht. Ziel ist es, die komplexen Mechanismen der Tumorentstehung und Resistenzbildung grundlegend zu verstehen und in therapeutischen Nutzen zu übersetzen.
Tumorzelleigenes „Alarmsystem“ verbessert Wirksamkeit der CAR-T-Zell-Therapie
Forschende um Dr. Nadia El Khawanky, Dr. Simon Heidegger und Dr. Nardine Soliman von der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Klinikums der Technischen Universität München (TUM Klinikum) haben mit einer Förderung der Wilhelm Sander-Stiftung in Höhe von 146.000 Euro zentrale Resistenzmechanismen von Tumorzellen gegenüber CAR-T-Zellen aufgedeckt. Die Wissenschaftler:innen zeigten, dass ein angeborenes zelluläres Warnsystem, das normalerweise Virusinfektionen erkennt, eine entscheidende Rolle dabei spielt, wie empfänglich Tumorzellen für den Angriff durch CAR-TZellen sind. Damit eröffnen sich neue Ansätze, um CAR-T-Zell-Therapien auch bei soliden Tumoren wirksam zu machen.
Metastasierungsmechanismen verstehen
Metastasen, also die Tochtergeschwülste von Krebszellen, stellen bei vielen Krebsformen ein zentrales Problem dar. Als Abkömmlinge des Primärtumors können sie in entfernten Organen wachsen und sind oft schwer erkennbar. Ein Forschungsteam um Dr. Tobias Reiff am Institut für Genetik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) hat nun molekulare Mechanismen entdeckt, die die Ansiedlung von Krebszellen in anderen Geweben ermöglichen. Die Wilhelm Sander-Stiftung förderte das Projekt mit rund 183.000 Euro. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Nature Communications vorgestellt.
Von der Zelle bis zur Klinik: Wilhelm Sander-Stiftung fördert 12 Forschungsprojekte im vierten Quartal 2025 mit 1,9 Millionen Euro
Grundlagenforschung trifft klinische Anwendung: Die zwölf Projekte, die die Wilhelm Sander-Stiftung im vierten Quartal 2025 fördert, spannen einen Bogen vom molekularen Mechanismus bis zum Behandlungszimmer – von der Frage, wie eine Basalmembran die Metastasierung beeinflusst, bis hin zu KI-gestützten Werkzeugen, die Ärztinnen und Ärzten bei Therapieentscheidungen helfen sollen.


