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Jörg Koppenhöfer und Wilhelm Sander im Anzug im Gespräch an einem Tisch, künstlerisch in Blau dargestellt.

Herr Sander, was würden sie heute sagen?


KI-generiertes Interview


Ein fiktives Gespräch zwischen Stifter Wilhelm Sander und dem langjährigen Vorstand Jörg Koppenhöfer über Mut, Medizin und die Verantwortung für morgen.

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Ein fiktives Gespräch zwischen Stifter Wilhelm Sander und dem langjährigen Vorstand Jörg Koppenhöfer über Mut, Medizin und die Verantwortung für morgen.

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Wilhelm Sander

Wilhelm Sander (1897–1973) war Unternehmer mit einer besonderen Mischung aus technischem Interesse, Pragmatismus und sozialer Verantwortung. Er stieg zunächst in die Medizintechnik ein und spezialisierte sich mit seiner Firma auf die Herstellung und Sterilisation von chirurgischem Nahtmaterial (Sterilcatgut). Später entdeckte er den Wohnungsbau für sich: Für die Bayer AG entstanden zum Beispiel in Leverkusen-Schlebusch hunderte Wohnungen, der Beginn einer außergewöhnlichen Bau- und Investorentätigkeit, die schließlich 4.700 Wohnungen in Deutschland und der Schweiz umfasste.
Da er unverheiratet blieb und keine direkten Nachkommen hatte, entschied Sander Mitte der 1960er Jahre, sein Vermögen der medizinischen Forschung zu hinterlassen – mit einem Schwerpunkt auf der Bekämpfung von Krebserkrankungen. Aus diesem Vermächtnis entstand nach seinem Tod die Wilhelm Sander-Stiftung.

Jörg Koppenhöfer

Jörg Koppenhöfer gehört zu den Menschen, die Wilhelm Sander persönlich kannten. Nach dem Tod des Stifters unterstützte er zunächst bei der Ordnung des Nachlasses und der Überarbeitung der Stiftungssatzung. Ab 1975 war er Mitglied des Vorstands der Wilhelm Sander-Stiftung und prägte in dieser Funktion über viele Jahre den Aufbau der Stiftung, ihre Gremienarbeit und den Förderprozess.
Heute blickt er – stellvertretend für viele Wegbegleiter:innen – auf ein halbes Jahrhundert Stiftungsarbeit zurück und stellt seinem einstigen Gegenüber die Fragen, die sich viele heute stellen: Wie würde Wilhelm Sander auf die Stiftung blicken – auf moderne Forschung, neue Technologien und den gesellschaftlichen Wandel?

Neustadt an der Donau, ein gedanklicher Zeitsprung: Es ist, als ob Wilhelm Sander noch einmal in „seiner“ Stiftung Platz nimmt – in jenem Haus, das aus seinem Lebenswerk entstanden ist. Neben ihm: Jörg Koppenhöfer, der den Stifter persönlich kannte und die Wilhelm Sander-Stiftung über Jahrzehnte als Vorstand und Stiftungsrat geprägt hat. Zwischen ihnen liegen über 50 Jahre Stiftungsarbeit, über 2.700 geförderte Projekte und hunderte Millionen Euro für die medizinische Forschung, insbesondere die Krebsforschung.
Gemeinsam blicken sie – in diesem fiktiven Gespräch – auf damals und heute: auf den Weg vom Sterilcatgut-Produzenten zum Immobilienunternehmer, vom privaten Vermögen zur öffentlich wirksamen Stiftung. Auf eine Welt, in der Forschung mit künstlicher Intelligenz arbeitet, in der Krebsdiagnostik immer präziser wird, aber auch Krisen und Unsicherheiten zunehmen. 

JK Herr Sander, wenn Sie heute in Ihre Stiftung schauen: Eine der führenden Förderinnen medizinischer Forschung mit Schwerpunkt Krebs, über 2.700 Projekte und rund 350 Millionen Euro bewilligter Fördermittel – hätten Sie sich das so vorgestellt? 

WS Wenn ich behaupte, ich hätte mir das genau so vorgestellt, würden Sie mich für maßlos halten – zu Recht. Aber ich habe damals in mein Testament geschrieben: Das Vermögen soll für die medizinische Forschung verwendet werden, besonders zur Bekämpfung von Krebs. Dass daraus eine so starke Stiftung geworden ist, zeigt mir zweierlei: Erstens, dass gute Strukturen und kluge Gremienentscheidungen wichtig sind. Zweitens, dass mein Vertrauen in die Wissenschaft berechtigt war.

Sie haben in der Medizintechnik angefangen, mit der Sterilisation von chi­rurgischem Nahtmaterial, später dann große Wohnungsbauprojekte realisiert. Wie sehr erkennen Sie diesen unternehmerischen Geist im heutigen Handeln der Stiftung wieder?

Für mich war Unternehmertum nie nur die Fähigkeit, ein Geschäft zu machen, sondern die Bereitschaft, unter wirtschaftlichen Bedingungen verlässlich und vorausschauend zu handeln – mit klarem Blick auf Qualität, Funktionstüchtigkeit und die praktischen Folgen des eigenen Handelns. Als ich medizinische Produkte hergestellt habe, ging es um Zuverlässigkeit und Sorgfalt. Im Wohnungsbau ging es um solide Planung und langfristige Verbindlichkeit. Heute fördert die Stiftung Projekte, die Menschen helfen sollen, länger und besser zu leben – oft trotz Krebsdiagnose. Der unternehmerische Geist liegt darin, abwägend zu entscheiden, mit Ressourcen sorgfältig umzugehen und Entwicklungen mit Weitblick zu begleiten. Insofern erkenne ich mich wieder: Die Stiftung arbeitet strategisch, mit klarem Blick auf Wirkung und Stabilität, und sie scheut sich nicht, in anspruchsvolle und innova­tive Forschung zu investieren. Das hätte mir gefallen.

Sie haben ein bewegtes 20. Jahrhundert erlebt: zwei Weltkriege, wirtschaftliche Krisen, Wiederaufbau. Heute sprechen wir von Klimakrise, Pandemie, geopolitischen Spannungen. Erkennen Sie Parallelen?

Krisen sehen immer anders aus, wenn man mittendrin steckt. Aber eines ist gleichgeblieben: Die Unsicherheit. In meiner Jugend war nicht klar, ob man den nächsten Winter gut übersteht. Später fragten wir uns, ob der Wiederaufbau gelingt. Heute fragen sich die Menschen, wie sie mit Klimawandel, globalen Konflikten und neuen Krankheiten leben sollen.

Der Unterschied: Sie haben heute enorm viel Wissen. Sie verstehen genauer, welche physikalischen Folgen der Klimawandel hat, welche gesellschaftlichen Verwerfungen globale Konflikte auslösen und wie neue Krankheiten entstehen und sich ausbreiten. Aber Wissen allein reicht nicht. Man braucht Charakter, Mut und einen langen Atem – das war damals so und ist heute nicht anders. Vielleicht ist das die wichtigste Parallele.

Unsere Stiftung steht heute für Transparenz, Exzellenz und Unabhängigkeit. Förderentscheidungen werden in einem wissenschaftlichen Beirat vorbereitet, es gibt klare Verfahren und externe Begutachtungen. Würden Sie sagen: Das entspricht Ihrer ursprünglichen Idee? 

Ich bin froh, dass Sie das so organisiert haben – allein hätte ich das nicht gekonnt. (schmunzelt)

Mir war wichtig, dass das Vermögen geordnet und zweckgebunden eingesetzt wird und dort Wirkung entfaltet, wo die Aussicht auf echten Fortschritt am größten ist. Dass Sie sich an den Verfahren der großen Forschungsförderer orientieren, systematisch begutachten und unabhängig entscheiden, hätte ich sehr begrüßt. Und Transparenz… zu meiner Zeit bedeutete das: die Bücher ordentlich führen. Heute bedeutet es zusätzlich, öffentlich Rechenschaft abzulegen, Zahlen zu veröffentlichen, Projekte zu kommunizieren. Wenn das Vertrauen schafft – und das tut es – dann ist das ganz in meinem Sinne. Mir ging es immer um Wirkung: Ich habe sogar einmal handschriftlich festgehalten, dass auch die Ausbildung von Operationsschwestern Unterstützung verdient – weil Wirkung nicht nur eine Frage neuer Erkenntnisse ist, sondern auch der Menschen, die sie anwenden.

Sie haben zehntausende Menschen mit Wohnraum versorgt und gleichzeitig die medizinische Forschung in Ihrem Testament bedacht. Wenn Sie auf Ihr Leben blicken: Was hat Sie zu dieser Entscheidung geführt, alles in eine Stiftung zu geben?

Es war eine Mischung aus nüchterner Einsicht und persönlicher Überzeugung. Ich hatte keine Nachkommen, die das Vermögen hätten übernehmen können. Und ich wollte nicht, dass mein Lebenswerk einfach zerschlagen wird.

Krankheit habe ich bei vielen Menschen gesehen, auch in meinem Umfeld. Krebs war damals oft ein nahezu unausweichliches Schicksal mit wenig Hoffnung. Ich dachte mir: Wenn mein Geld dazu beitragen kann, die medizinischen Möglichkeiten spürbar zu verbessern und die Aussichten der Betroffenen dauerhaft zu erhöhen, ist das eine sinnvolle Verwendung. Ich wollte beides verbunden sehen – und genau das leistet die Stiftung bis heute.

Ein Blick in die Gegenwart: Die Stiftung unterstützt heute Forschende an Universitäten und Kliniken in Deutschland und der Schweiz. Sie arbeiten in großen Netzwerken, oft international. Was würden Sie diesen Forscherinnen und Forschern gerne mit auf den Weg geben? 

Zunächst einmal: Meine Hochachtung. Forschung ist ein Beruf, bei dem man viel Geduld braucht und selten schnellen Applaus bekommt. Ich würde ihnen sagen: Vergessen Sie nie die Menschen hinter Ihren Projektnummern. Hinter jedem Versuch, jeder Studie, jeder Hypothese stehen Patientinnen und Patienten, Angehörige, Menschen mit Angst – und mit Hoffnung. Und noch etwas: Behalten Sie Ihre Unabhängigkeit. Lassen Sie sich nicht nur von Modethemen treiben, sondern von echter wissenschaftlicher Neugier und der Frage: Was hilft den Kranken am meisten? Wenn die Stiftung Sie dabei unterstützen kann, dann war mein Vermächtnis gut angelegt.

Und was würden Sie denjenigen sagen, die heute über Zustiftungen, Spenden oder ein Vermächtnis zugunsten der Stiftung nachdenken?

Ich weiß, es ist kein leichter Schritt, über das eigene Vermögen nach dem eigenen Leben nachzudenken. Aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen: Es ist ein befreiender Gedanke, wenn man weiß, dass das, was man geschaffen hat, weiterwirkt. Wer der Stiftung etwas anvertraut, sorgt dafür, dass andere eine bessere medizinische Versorgung bekommen – vielleicht auch Menschen, die man nie kennenlernen wird. Es geht nicht um Erinnerung, sondern um Wirkung über die eigene Lebenszeit hinaus.

Zum Schluss, Herr Sander: Wenn Sie der Stiftung für die nächsten 50 Jahre einen Wunsch mitgeben könnten – welcher wäre das?

Bleiben Sie unbequem im besten Sinne. Fragen Sie kritisch nach, wenn es um Projekte geht. Halten Sie die Qualität hoch, auch wenn der Druck zunimmt. Bewahren Sie Ihre Unabhängigkeit – von wechselnden Trends und kurzfristigen Interessen.

Und vergessen Sie nicht, den Menschen von Ihrer Arbeit zu erzählen. Eine Stiftung ist kein Vermögensspeicher, sondern ein Erbe, das in Bewegung gehalten werden muss. Solange Sie das klug einsetzen, freue ich mich. 

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